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Nullenergiehaus

Ein Nullenergiehaus ist ein Gebäude, das einem bestimmten Standard von Energiesparhäusern entspricht. Kennzeichnend für diesen Haustyp ist vor allem die ausgeglichene Energiebilanz.

Das Nullenergiehaus muss nach der Energieeinsparverordnung vor allem zwei Kriterien erfüllen:

Es muss selbst Strom erzeugen können, zum Beispiel durch die Nutzung von Sonnenenergie.
Die erzeugte Energiemenge muss im Jahresdurchschnitt genauso hoch sein wie die Energiemenge, die das Gebäude verbraucht.

Das muss nicht in jedem Fall bedeuten, dass ein Nullenergiehaus ganz ohne externe Energielieferungen auskommt. Die ausgeglichene Energiebilanz muss nur rein rechnerisch im Jahresdurchschnitt erreicht werden. Ein Nullenergiehaus kann deshalb – muss aber nicht – ein energieautarkes Haus sein, d. h. ein Haus, das ohne externe Energielieferungen auskommt. Die Architektur und die ästhetische Gestaltung können bei diesem Haustyp ganz unterschiedlich sein. Hier ist alles möglich, vom Bungalow bis zum Mehrfamilienhaus. Eine EU-Richtlinie hat das Ziel vorgegeben, dass ab 2019 alle neugebauten Häuser Nullenergiehäuser sein sollen. Das macht diesen Haustyp für alle Grundstückseigentümer interessant, die in den nächsten Jahren einen Neubau planen. Doch auch bei bestehenden Gebäuden kann der Standard des Nullenergiehauses durch Sanierung und entsprechende Investitionen in vielen Fällen erreicht werden.

Nullenergiehaus: verschiedene Arten der Energiegewinnung

Für die eigene Energiegewinnung kann der Eigentümer eines Nullenergiehauses verschiedene Möglichkeiten nutzen. An oberster Stelle steht hier meist die Nutzung von Sonnenenergie. Bei dieser Technik werden die Sonnenstrahlen mit einer Solaranlage auf dem Dach eingefangen und in Energie umgewandelt. Sonnenkollektoren werden vor allem dazu genutzt, Wasser zu erwärmen. Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Photovoltaik Anlagen, mit denen elektrische Energie erzeugt werden kann.

Der Eigentümer kann aber auch die Abwärme von Menschen und Geräten, Erdwärme, Biomasse, Wasser- oder Windkraft zur Energiegewinnung nutzen – zum Beispiel durch eine kleine Windkraftanlage außerhalb des Gebäudes.

Wird ein Blockkraftwerk installiert, so kann die gewonnene Energie entweder direkt genutzt oder in das Stromnetz eingespeist werden. Im letzteren Fall werden dann die Vergütung für den gelieferten und die Kosten für den empfangenen Strom verrechnet.

Vor- und Nachteile eines Nullenergiehauses

Vorteile Nullenergiehaus

  • Aktiver Beitrag zum Umweltschutz
  • hohes Einsparpotential der Energiekosten
  • geringe Wartungskosten
  • Anspruch auf Fördergelder
  • Nachteile Nullenergiehaus

  • Hohe Bau- und Investitionskosten
  • Asthetik, bsw. (Solaranlagen auf dem Dach)
  • Lärm, bsw. (Windkraftanlagen
  • Für den Grundstückseigentümer, der einen Neubau plant, hat das Nullenergiehaus zunächst einmal den Nachteil, dass die Bau- und Investitionskosten höher sind als bei einem Standardgebäude. Auch die Ästhetik von Solaranlagen auf dem Dach, der Lärm einer Windkraftanlage im Garten und eine allzu dichte Gebäudehülle sind nicht jedermanns Sache.

    Andererseits ist Energie teuer, und die Nutzung selbsterzeugter alternativer Energien ist ein Beitrag zum Umweltschutz. Die möglichen Einsparungen im Bereich der Energiekosten sind bei einem Nullenergiehaus erheblich, die Wartungskosten der technischen Anlagen zur privaten Stromgewinnung bleiben dagegen überschaubar. Auch gibt es für die hauseigene Energieerzeugung inzwischen so viele Möglichkeiten, dass wohl für jeden etwas Passendes dabei sein dürfte. Ein Argument für das Nullenergiehaus ist natürlich auch, dass der Bauherr oder die Bauherrin bei diesem Haustyp staatliche Fördergelder in Anspruch nehmen kann.


    Was ist der Unterschied zwischen einem Nullenergiehaus und einem Passivhaus?


    Auf den ersten Blick scheint ein Nullenergiehaus identisch mit dem Passivhaus zu sein. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied. Denn theoretisch ist jedes Nullenergiehaus ein Passivhaus. Doch nicht jedes Passivhaus muss ein Nullenergiehaus sein. Dies ist nur der Fall, wenn sich in einem Passivhaus der Energieverbrauch und die Energieerzeugung die Waage halten. Wenn dies der Fall ist, ist ein Passivhaus ein Nullenergiehaus.

    Der Grund, warum Passivhäuser nicht immer einen Ausgleich zwischen Energieerzeugung und Energieverbrauch haben, liegt in der passiven Energieerzeugung. Dies sind zumeist die Körperwärme der Bewohner oder die Sonneneinstrahlung.

    Bei einem Nullenergiehaus wird über unterschiedliche Komponenten aktiv Energie gewonnen. Oftmals liegt der Energieverbrauch von Passiv-Häusern bei unter 15 kWh je Quadratmeter – aber eben nicht immer bei 0.


    Wie unterscheiden sich Nullenergiehäuser von Plusenergiehäusern


    Bei einem Plusenergiehaus wird mehr Energie erzeugt, als verbraucht wird. Somit ist ein derartiges Haus die energietechnische Weiterführung der Energieeffizienz bei Immobilien. Beim Nullenergiehaus werden die Komponenten der Energieerzeugung eingesetzt, um den eigenen Verbrauch zu decken. Bei einem Plusenergiehaus lässt sich nach der Deckung des persönlichen Energiebedarfs überschüssige Energie in das Leitungsnetz einspeisen.

    Oftmals lassen sich in der Praxis Nullenergiehäuser und Plusenergiehäuser nur optimal konzipieren, wenn bestmögliche Voraussetzungen gegeben sind. Dazu gehören beispielsweise die Lage oder Ausrichtung des Gebäudes. Für den idealen Einsatz von Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen sind diese verschattungsfrei zu installieren. Ein weiterer wichtiger Faktor ist diesbezüglich, dass diese Anlagen genügend Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, damit sie sich wirtschaftlich rentieren.


    Was kann in Sachen Energie noch berücksichtigt werden?


    Wer mit null Energie fürs Haus plant, muss viele unterschiedliche Aspekte berücksichtigen. Denn bei einem Nullenergiehaus ermittelt sich der Ausgleich von Energieerzeugung und Energieverbrauch meist rechnerisch über ein Jahr verteilt. Dementsprechend sind die Gebäude zur Energieversorgung an das jeweils gewählte oder verfügbare Stromnetz angebunden und verfügen oft über einen Fernwärme- oder Erdgasanschluss. Bei Neubauten sind in diesem Zusammenhang mit Blick auf die Heizungstechnik Anforderungen zu berücksichtigen. Diese Vorgabe an Energieeffizienz lässt sich oftmals mit modernen Heizungen und optimal eingestellter Regeltechnik erhöhen, um den Energieverbrauch und somit die Energiekosten zu reduzieren. Neben Erdgas oder Fernwärme, lassen sich beispielsweise auch Holzpellet-Heizungen verwenden. Somit lassen sich je nach Wunsch oft nachhaltige Heizungs- und Stromlösungen wählen zur Energieversorgung der eigenen vier Wände.

    Quelle: www.immobilienscout24.de